Friedhöfe Berlin
Berliner Friedhöfe im überblick
Friedhof Nordend Bereich Frieden- Himmelfahrt (Ev.)
Chronik
Zur Entstehungszeit der Friehöfe war Nordend eine Landhauskolonie mit Dorfcharakter auf dem Gebiet der Rosenthaler Feldmark in Niederschönhausen, denn erst 1920 wurde der Bezirk Pankow ein Teil Berlins.
Ursprünglich entstand der heutige Friedhof Nordend aus den einzelnen Teilfriedhöfen der evangelischen Gethsemane-, der Friedens- und Himmelfahrts- sowie der Zionsgemeinde, welche in rascher Folge ihre Friedhöfe um 1900 hier an der Dietzgenstrasse, ehemalige Blankenfelder Strasse, anlegten.
Deshalb befinden sich auf dem Gelände auch drei Friedhofskapellen, von denen jedoch nur noch eine für Trauerfeiern genutzt wird: die Frieden – Himmelfahrt – Kapelle, die über den mittleren von drei Eingängen erreichbar ist, in der Blankenfelder Str. 31.
Die Feierhalle bietet Platz für ca. 70 Personen und besitzt eine Alexander-Schuke-Orgel von 1965, welche mit 6/1 Registern ausgestattet ist.
Sie ist eine neugotische Doppelkapelle aus roten Klinkern, die 1897/98 vom Architekten Sievert, einem Gemeindekirchenratmitglied der Friedensgemeinde, entworfen und erbaut wurde. In deren unmittelbarer Nähe befinden sich auch die historischen Ehrenhaine für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindeglieder.
Alle drei Friedhöfe haben je eine Hauptachse mit einem Eingang an der Dietzgenstrasse , deren Weg von alten, sehr schönen Lindenalleen gesäumt wird.
Da Berlin nach dem Krieg geteilt wurde, ergab sich eine Abtrennung der Frieden-Himmelfahrt-Gemeinde von ihrem Friedhof.
Nach dem Bau der Mauer wurden deswegen die Einzelfriedhöfe zu einem einzigen zusammengefaßt – dem Friedhof Nordend -, um den Zugriff des Staates auf das Land der Westgemeinden zu verhindern und die Verwaltung zu vereinfachen.
Diese Zusammenlegung hat bis heute Bestand, so da? der Friedhof Nordend über eine Gesamtfläche von ca. 40 ha verfügt, welche aber nur noch zu etwa einem Drittel eine aktive Bestattungsfläche aufweist.
Die hinteren Abteilungen sind fast gänzlich verwildert und bieten mit ihrem Unterholz und alten, wertvollen Bäumen einen bevorzugten Rückzugsort für Vögel, deren Artenvielfalt hier überraschend zahlreich ist.
Auch für Naturliebhaber und Spaziergänger ist der Friedhof ein besinnlicher und romantischer Ort des Nachdenkens und der Entspannung.
Die Bestattungsfläche im vorderen Bereich des Friedhofes ist parkähnlich angelegt und weist eine stattliche Anzahl alter Bäume auf.
Nach der Wende entstanden eine Urnengemeinschaftsanlage, ein Feld für anonyme Erdbestattungen sowie eines für halbanonyme Erdbestattungen – die „Grüne Wiese“ mit in den Rasen eingelassenen Liegeplatten, auf denen die Namen und Daten der dort Beigesetzten verzeichnet sind.
Der Friedhof Nordend ist direkt an der B 96a gelegen; das Friedhofsbüro befindet sich im Verwalterhaus in der Blankenfelder Str. 23 – ebenfalls ein neugotischer Klinkerbau von 1897.
In der Nähe des Friedhofes befinden sich zahlreiche friedhofsnahe Gewerbe wie Steinmetze und ein Blumengeschäft. Ein Restaurant ist gleich gegenüber der Verwaltung.
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